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IPPNW ATOM-ENERGIE-NEWSLETTER

ATOM-Energie-Newsletter vom 18. September 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

mit diesem Newsletter erinnern wir an die atompolitischen Ereignisse vor 20 Jahren, die die IPPNW dazu bewogen, eine Musterklage zur Stilllegung von Biblis B als Beitrag zum Atomausstieg in die Wege zu leiten. Der nunmehr seit Fukushima absehbare Atomausstieg macht es erforderlich, das Atommüllproblem zu bewältigen: Das Öko-Institut versucht junge Leute mit Unterrichtsmaterialien für die Gefahren der Zwischenlagerung und für die Notwendigkeit einer tiefengeologischen Lagerung zu sensibilisieren. Global betrachtet gibt es sehr unterschiedliche Entwicklungen. Während sich beispielsweise Südafrika von seinem Atomprogramm zu verabschieden scheint, kündigt China an, in Osteuropa neue Atomkraftwerke in Betrieb nehmen zu wollen. Planungen für neue Atomkraftwerke versanden indes in der Mehrzahl der Fälle. "Viel ankündigen, einen Bruchteil davon realisieren" scheint das unausgesprochene Motto der Atomindustrie zu bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Henrik Paulitz und Dr. Alex Rosen

Vor 20 Jahren: Anti-Atom-Wahl, Atomkonsens und Biblis-Klage

Pressekonferenz zum Auftakt der Biblis-Klage der IPPNW, Foto: IPPNW
Pressekonferenz zum Auftakt der Biblis-Klage der IPPNW, Foto: IPPNW

Aktuell erleben wir, wie den Atomkonzernen der Atomausstieg mit Milliardenbeträgen vergoldet wird. Schon vor 20 Jahren erlebte die Öffentlichkeit, wie die Atomindustrie ein demokratisches Wahlergebnis konterkarierte: Eine mit dem Versprechen eines schnellen Atomausstiegs 1998 gewählte rot-grüne Bundesregierung willigte im Sommer 2000 in einen "Atomkonsens" ein, der den langjährigen Weiterbetrieb selbst der ältesten deutschen Atomkraftwerke ermöglichte. In dieser Situation entstand in der Ärzteorganisation IPPNW die Überlegung, mit einer Musterklage zum Ausstieg aus der Atomenergie aktiv beizutragen. Die Vorbereitungen für die Bilblis-Klage liefen an ...

Weiterlesen:

- Rückblick: Die Anfänge der Biblis-Klage
- Hintergrundinformationen zur Biblis-Klage
- Atomkonzerne erhalten Entschädigung in unbekannter Höhe
- Wortbruch der Atomkonzerne

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"Standortsuche Atommüll-Endlager" im Schulunterricht

By Christian Fischer [Public domain], from Wikimedia Commons
By Christian Fischer [Public domain], from Wikimedia Commons

"Es gibt keine einfache Lösung, aber wir müssen sie finden!". So lautet der Untertitel von Unterrichtsmaterialien (für die 10.-12. Klasse) des Öko-Instituts zur Standortsuche für ein atomares Endlager in Deutschland. Die radioaktiven Abfälle lagern derzeit "oberirdisch in Zwischenlagern, wo sie angreifbar und nur befristet sicher sind", heißt es in der Einleitung. Daher komme nur die Lagerung in tiefen geologischen Gesteinsschichten in Betracht. Das Problem sei, dass niemand den Atommüll „im Vorgarten“ haben wolle. "Ein Dilemma, das eine gesellschaftliche Diskussion erfordert." Zwar hätten sich die Parteien auf ein Standortauswahlgesetz geeinigt. Doch: "Die Umsetzung scheint schwierig zu werden." Mit der "Unterrichtseinheit" möchte das Öko-Institut "Mut machen, sich auf komplexe und schwierige Themen ohne einfache Lösung einzulassen und Lust auf Beteiligung an politischen Prozessen wecken." Eine spannende Herangehensweise der politischen Bildung mit vielen Hintergrundinformationen und einer einladenden "weißen Landkarte" zum ausfüllen.

Weiterlesen:

- Öko-Institut: Standortsuche Atommüll-Endlager

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China will in Osteuropa neue Atomreaktoren bauen

Chinesisches Atomkraftwerk Daya Wan, By No machine-readable author provided. Level plus~commonswiki assumed (based on copyright claims). [Public domain], via Wikimedia Commons
Chinesisches Atomkraftwerk Daya Wan, By No machine-readable author provided. Level plus~commonswiki assumed (based on copyright claims). [Public domain], via Wikimedia Commons

China und die Länder Mittel- und Osteuropas wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich der Atomenergietechnik vertiefen. Die China General Nuclear Power Corporation (CGN), Chinas größter Atombetreiber, stuft die Region als potenzielles Ziel ein. CGN hat sich schön länger auf die Märkte in Mittel- und Osteuropa konzentriert. "Da wir die Reaktortechnologie der dritten Generation von Hualong One nach Großbritannien bringen, sind wir zuversichtlich, dass die Technologie in Zukunft auch auf den Märkten in Mittel- und Osteuropa eingesetzt werden kann”, zitiert China Daily Huang Xiaofei, einen Sprecher der CGN. Ob in Polen, Tschechien oder Rumänien - China streckt seine Fühler aus. Wie viele von den vollmundig angekündigten Projekten dann auch am Ende realisiert werden erscheint fraglich. Die oft herangezogenen chinesischen Bauprojekte in Großbritannien zumindest kommen derzeit nicht vom Fleck und drohen, am katastrophalen Preis-Leistungs-Verhältnis zu scheitern. Welches Signal dies an die Regierungen Osteuropas senden wird, bleibt abzuwarten.

Weiterlesen:

- China Daily: Nuclear sector offers potential for cooperation

- Financial Observer: Analysts downplay Chinese plans to build Poland's first nuclear power plant

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Südafrika stoppt Ausbau von Atomstrom

Jeff Radebe, By U.S. Department of State [Public domain], via Wikimedia Commons
Jeff Radebe, By U.S. Department of State [Public domain], via Wikimedia Commons

Als einziges afrikanisches Land besitzt Südafrika ein Atomkraftwerk, hatte in der Vergangenheit sogar Atomwaffen entwickelt. Die Regierung von Jacob Zuma plante den Bau von acht weiteren Reaktoren. Doch die jetzige Regierung erteilte kürzlich diesen Plänen eine Abfuhr und setzt stärker auf erneuerbare Energien. Sie gab eine Studie in Auftrag, die feststellen soll, ob Atomkraft nach 2030 überhaupt noch zur Deckung des Energiebedarfs notwendig ist. Anstelle von Kohle und Atom will Südafrika verstärkt auf Erdgas und Wind zurückgreifen.

Weiterlesen:

- Deutsche Welle: Südafrika stoppt Ausbau von Atomstrom

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International Uranium Film Festival Berlin

Uranium Film Festival 2018 in Berlin, Grafik: http://uraniumfilmfestival.org

Seit 2011 ist das Internationale Uranium Film Festival das weltweit wichtigste und größte Filmevent, das sich dem Thema Radioaktivität und der gesamten atomaren Brennstoffkette gewidmet hat. Das 7. Internationale Uranium Film Festival in Berlin findet vom 9.-14. Oktober 2018 statt. Die IPPNW ist wie bereits im letzten Jahr Festivalpartner. Am 9. Oktober 2018 um 19 Uhr nimmt der IPPNW-Vorsitzende Dr. Alex Rosen Sie zum Auftakt des Film-Festivals im Zeiss-Großplanetarium mit auf eine Reise durch die atomare Welt - von den Uranbergwerken Afrikas zu den Atomfabriken in Deutschland, von den Atomwaffentestgebieten in Nevada bis hin zu Tschernobyl und Fukushima. Der interaktive Vortrag zeigt auf beeindruckende Weise, wie umfassend die Atomindustrie Menschen und Umwelt in den vergangenen 70 Jahren des "Atomaren Zeitalters" geschädigt hat. Die Präsentation leitet nahtlos über zu den Filmen des Festivals und der Ausstellung "Hibakusha Weltweit", die den Menschen gewidmet ist, deren Gesundheit, Leben und Heimat durch die Atomindustrie zerstört wurden.

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