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Newsletter der IPPNW | Fukushima-Newsletter vom 11.07.2012

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IPPNW

Fukushima-Newsletter vom 11.7.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

trotz massiver Proteste mit etwa 200.000 Teilnehmern hat die japanische Regierung am 1. Juli 2012 den Reaktor 3 des Atomkraftwerks Oi wieder hochgefahren. Zuvor hatten Demonstranten die Zufahrt zum AKW blockiert und Arbeiter daran gehindert, auf das Gelände zu gelangen.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Wilmen

Viele Kinder mit Schilddrüsenveränderungen

Japan-Karte, Quelle: DoroChibaReport June 5, 2012

Die deutsche Sektion der IPPNW befürchtet eine Zunahme von Schilddrüsenkrebs bei Kindern in der Präfektur Fukushima. Bestätigt sehen die IPPNW-Ärzte diese Befürchtung aufgrund einer Untersuchung der Gesundheitsbehörde der Präfektur Fukushima an 38.114 Kindern im Alter von 0-18 Jahren, die Ende April 2012 veröffentlicht wurde. Dr. Matsuzaki Hiroyuki, Leiter der Abteilung für Innere Medizin im Allgemeinen Städtischen Klinikum der Stadt Fukugawa, verglich die Befunde der Gesundheitsstudie von Fukushima mit früheren Studien. Eine Zusammenfassung seiner Arbeit liegt jetzt auch auf Deutsch vor. Bei 35 % der untersuchten Kinder fanden sich Schilddrüsenzysten, bei einem Prozent Schilddrüsenknoten. Diese Veränderungen sind laut Matsuzaki ein Hinweis darauf, dass sich in der Schilddrüse "etwas Außerordentliches abspielt". mehr

Japan fährt erstes AKW wieder an

Laut Veranstaltern protestieren am 29. Juni in Tokio etwa 200.000 Menschen gegen die Wiederinbetriebnahme des AKW Ooi. Quelle: Youtube

Seit dem 5. Juli 2012 produziert Japan wieder Atomstrom. Nachdem zwei Monate lang alle 50 Atommeiler des Landes abgeschaltet waren, ist jetzt im Atomkraftwerk Ooi der erste Reaktor wieder ans Netz gegangen.  Am 29. Juni hatten etwa 200.000 Menschen in Tokio vor dem offiziellen Wohnsitz des japanischen Premierministers Noda protestiert, um die Wiederinbetriebnahme des Reaktors Oi im letzten Moment zu verhindern. In Umfragen sprechen sich rund 70 Prozent der Japaner gegen das Wiederhochfahren der Atomanlagen aus. Der Verdacht, der AKW-Komplex befinde sich in einer aktiven Verwerfungslinie, wurde bis heute nicht widerlegt. Die Metropolen Kyoto und Osaka befinden sich innerhalb der 100-Kilometer-Zone.

Ein Desaster von Menschenhand

Lageplan des AKW Fukushima-Daiichi, Quelle: NAIIC-Report, Juli 2012

Ein Untersuchungsbericht des japanischen Parlaments über die Ursachen der Fukushima-Katastrophe vom 5. Juli 2012 enthüllt schonungslos die Fehler von Politik, Behörden und Firmen. Schon das Erdbeben und nicht wie von der Atomindustrie behauptet der Tsunami könnten die Reaktoren schwer beschädigt haben, urteilen die Verfasser. Das stützt die These der IPPNW-Unfallanalyse, wonach es im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi aufgrund eines Erdbebens und gravierender Auslegungsdefizite im Grunddesign der Anlage zur Atomkatastrophe kam.

Schmähpreis für TEPCO in Tokio

Tepco hat Ende Juni 2012 den Black Planet Award der Ethecon-Stiftung erhalten.

Die Ethecon-Stiftung hat Ende Juni am Rande der Tepco-Aktionärsversammlung den Internationalen ethecon Black Planet Award öffentlich gemacht. Der Schmähpreis ging an den Tepco-Vorstandsvorsitzenden Tsunehisa Katsumata, den ehemaligen Konzernpräsidenten Masataka Shimizu und den gegenwärtigen Präsidenten Toshio Nishizawa sowie die GroßaktionärInnen des japanischen Energieversorgungs-Konzerns. Zur Aktionärsversammlung wurden die Stiftungsvertreter nicht zugelassen, obwohl ethecon-Vorstand Axel Köhler-Schnura im Besitz von Aktien des Konzern ist. „Das Verhalten von Tepco ist ein internationaler Skandal“, so Köhler-Schnura. „Selbst die Banken, bei denen wir nachgefragt haben, bestätigen, dass sie so etwas noch nicht erlebt haben.“ Es entstehe der Eindruck, dass Tepco KleinanlegerInnen und Medien nicht bei der Hauptversammlung haben wolle.

Radioaktiver Algen-Staub in Tokio

Eine Bürgergruppe hat in Tokio an zahlreichen Standorten radioaktiv strahlenden schwarzen Staub entdeckt. Dieser sei nahezu allgegenwärtig: am Straßenrand, in Parkanlagen, Böschungen, etc. zu finden. Pro Kilogramm wurden demnach bis zu 243.000 Becquerel Radiocäsium gemessen. Der schwarze Staub ist eine vertrocknete Blaualgenart, die Radioaktivität stark bindet. Die Gefahr sei groß, dass der Staub eingeatmet oder verschluckt wird. Eine Gruppe von Stadtparlamentariern hat zudem kürzlich Ergebnisse ihrer Messungen in Tokio veröffentlicht. (Aus Strahlentelex Nr. 612-613/2012)

Verstrahlte Fischkonserven als Entwicklungshilfe

Verstrahlte Fischkonserven als Entwicklungshilfe?

Das japanische Außenministerium möchte im Rahmen seiner Entwicklungshilfe gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der UNO (WFP) Fischkonserven aus Nordost-Japan im Wert von etwa 10 Millionen Euro an Hungergebiete in Kambodscha, Ghana, Kongo, Senegal und Sri Lanka verschenken. Diese Fischkonserven sind in Japan durch "Rufschaden" infolge der Reaktorkatastrophe von Fukushima schwer oder nicht zu verkaufen. Das Ministerium verspricht gleichwertige Qualität, wie sie auf dem japanischen Markt übrlich ist. Das heißt nicht, dass diese Fische nicht radioaktiv kontaminiert sind, sondern die Werte lediglich unter dem japanischen Grenzwert liegen. (Aus Strahlentelex Nr. 612-613/2012)