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IPPNW

Fukushima-Newsletter vom 11.11.2014

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

fast vier Jahre nach der Katastrophe von Fukushima geht das erste Atomkraftwerk in Japan in Sendai voraussichtlich Anfang nächsten Jahres wieder ans Netz. Der Gouverneur Yuichiro Ito gab dafür die Genehmigung. Er hatte seine Entscheidung von den Abstimmungsergebnissen der Stadtverwaltung sowie der Präfekturversammlung abhängig gemacht. Gegner dieser Entscheidung protestierten gegen das Abstimmungsergebnis und die Gouverneursentscheidung. Dabei sind die Folgen des Super-GAUs nach wie vor gravierend und die Vertuschung und Verharmlosung hält an: Erst kürzlich hat Japans Atomaufsichtsbehörde NRA die Aussage des Landwirtschaftsministeriums zurückgewiesen, dass bei der Entfernung der Trümmer am Atomkraftwerk Fukushima No. 1 im vergangenen Jahr radioaktive Substanzen aufgewirbelt wurden, die entfernt gelegene Reisfelder kontaminiert hätten. (Asahi Shinbum vom 1. November 2014)

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Wilmen

Update Säuglingssterblichkeit

Cäsium-Bodenbelastung im Studiengebiet um Fukushima. Quelle: MEXT-Pressemitteilung vom 12.09.2012

Die monatlichen Daten der Lebendgeburten und der Säuglingssterblichkeit liegen jetzt auch bis Ende 2013 vor. Im Jahre 2012 war die Säuglingssterblichkeit in den Präfekturen Fukushima und sechs benachbarten Präfekturen deutlich signifikant erhöht. Ein Maximum des Anstiegs zeigt sich um den Mai 2012. Damit könnte der Effekt auf den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln während der Erntezeit 2011 zurückzuführen sein. Ein Update der statistischen Auswertung von Alfred Körblein vom Februar dieses Jahres. Bestellen Sie ein Probeexemplar der aktuellen Ausgabe des Strahlentelex Nr. 668/669 und lesen Sie den vollständigen Text.

Auswirkungen von Tschernobyl und Fukushima auf die Tierwelt

Ein Przewalski-Pferd nahe Tschernobyl. Foto: Michael Kötter (2013), creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0

Die Atomkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima waren mit massiven Freisetzungen von Radioaktivität verbunden. Dies hatte neben den Gesundheitsschäden bei Menschen auch nachteilige Auswirkungen auf wild lebende Tiere sowie auf „Nutztiere“. Sowohl hohe als auch relativ niedrige Strahlendosen führten zu massiven Beeinträchtigungen der Gesundheit der Tiere bzw. zum Tod. Insbesondere die bei Säugetieren beobachteten Effekte bieten Anhaltspunkte für vergleichbare Gesundheitsfolgen bei Menschen.

    Symposium zum Strahlenschutz nach Fukushima

    Citizen-Scientist International Symposium im Jahr 2013, Foto: http://www.csrp.jp

    Vom 22. bis 24. November 2014 veranstaltet ein Bündnis von Bürgerinitiativen in Tokyo ihr 4. Internationales Symposium zu den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen des Strahlenschutzes für die Bevölkerung in den nach dem Unfall von Fukushima Dai’ichi belasteten Regionen. Nach einem Einführungsvortrag des langjährigen Atomkritikers Koide Hiroaki beschäftigen sich vier international und japanisch besetzte Podien mit den Themen "Informationsvermittlung und Massenmedien", "Gesetze und Rechte sowie  Gesundheit der Bevölkerung" (Public Health) und "Risikokommunikation". Zum letzten Thema sprechen IPPNW-Arzt Alex Rosen (über Skype), Sebastian Pflugbeil, Keith Baverstock und Tsuda Yoshihide.

      Ionisierende Strahlung: Wissenschaftler verweisen auf neue Datenlage

      Fachgespräch "Gefahren ionisierender Strahlung" am 8. Oktober 2014 in Berlin, Foto: Wilmen, IPPNW

      Am 8. Oktober 2014 informierte die IPPNW auf einer Fachtagung in Berlin über die gesundheitlichen Folgen ionisierender Strahlung. Der Epidemiologe Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann und der Kinderarzt Dr. Alex Rosen erläuterten, dass groß angelegte epidemiologische Studien der letzten 15 Jahre das Verständnis von biologischen Effekten durch Radioaktivität, Röntgenstrahlung und anderen Formen ionisierender Strahlung grundlegend verändert haben. mehr