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IPPNW

Fukushima-Newsletter vom 11.3.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

heute jährt sich die atomare Katastrophe von Fukushima. Die IPPNW möchte anlässlich des Jahrestags in einer weltweiten Aktion deutlich machen: Auslöser des größten Atomunfalls seit Tschernobyl 1986 war das Erdbeben mit seinen starken Nachbeben, die Japan am 11. März 2011 erschütterten. Dass es dabei in dem Atomkraftwerk zur Katastrophe kam, lag an seit Langem bestehenden, gravierenden Sicherheitsmängeln, weil in Fukushima systematisch gegen das Einmaleins der Reaktorsicherheit verstoßen wurde. Helfen Sie uns, diese Nachricht zu verbreiten. Weitere Informationen in deutsch, englisch, japanisch.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Wilmen

Schwerwiegende Folgen für Mensch und Umwelt sind zu erwarten

Giovanni Verlini / IAEA

Der mehrfache Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi vor einem Jahr führte zu einer massiven Freisetzung von Radioaktivität. Laut dem norwegischen Luftforschungsinstitut NILU wurde in den ersten vier Tagen der Katastrophe im Vergleich zu Tschernobyl die 2,5-fache Menge des radioaktiven Edelgases Xenon-133 freigesetzt, sowie 20 % der Menge an Jod-131 und 40-60 % der Menge an Caesium-137. Während Jod-131 mit seiner kurzen Halbwertszeit von acht Tagen eine akute Gefahr für die Gesundheit darstellt, strahlt Caesium-137 mit einer Halbwertszeit von 30 Jahren noch viele Jahrzehnte weiter. Der Nordpazifik wurde durch die Atomkatastrophe mit 15-27 PBq radioaktiver Substanzen kontaminiert. Sie stellt somit schon jetzt die größte zivile Verseuchung der Weltmeere in der Geschichte der Menschheit dar. mehr

Fukushima: Die Tsunami-Legende

Weltweit wird der Legende geglaubt, ausschließlich der dem Erdbeben folgende Tsunami sei für die atomare Katastrophe verantwortlich gewesen. Eine umfangreiche Unfall-Analyse der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW kommt hingegen zum Ergebnis: Am 11. März 2011 und den darauf folgenden Tagen kam es im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi aufgrund eines Erdbebens und aufgrund einschlägig bekannter, gravierender Auslegungsdefizite im Grunddesign der Anlage zu dieser Nuklearkatastrophe mit massiven Freisetzungen von Radioaktivität. Die IPPNW stützt sich dabei auf die offiziellen Berichte der japanischen Regierung an die Internationale Atomenergieorganisation IAEA sowie auf Berichte von Gutachterorganisationen. mehr

Japan senkt seine Strahlen-Grenzwerte für Nahrungsmittel

Flickr, Genpatsu yamero!

Ab April 2012 will Japan seine nach den Nuklearkatastrophen im Atomkraftwerk Fukushima festgesetzten Grenzwerte für radioaktiv belastete Nahrungsmittel senken. Am 16. Februar 2012 stimmte das für Lebensmittelsicherheit zuständige Gremium des japanischen Gesundheitsministeriums dieser Planung zu. Demnach soll der Grenzwert der Cäsium-Gesamtaktivität (Cäsium-137 plus Cäsium-134) für Lebensmittel wie Reis und Fleisch auf 100 Becquerel pro Kilogramm gesenkt werden. Für Milch und Babynahrung sollen es noch 50 Becquerel pro Kilogramm sein und für Trinkwasser 10. Nach Beginn der Atomkatastrophe vom 11. März 2011 war in Japan für Trinkwasser, Milch und Milchprodukte zunächst ein Cäsium-Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm festgelegt worden sowie von 500 Becquerel pro Kilogramm für Gemüse, Getreide und andere Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Fisch. Näheres dazu im Strahlentelex Nr. 604/605, 1. März 2012

  • Report „Kalkulierter Strahlentod“: Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in EU und Japan (foodwatch und IPPNW) (pdf-Datei)

Der Meeresgrund vor Fukushima wird zubetoniert

Der Meeresgrund vor dem Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi soll mit einer 60 Zentimeter dicken und 73.000 Quadratmeter großen Betonschicht überdeckt werden. Das teilte die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power Company (Tepco) der nach dem Erdbeben vom 11. März 2011 havarierten japanischen Atomkraftwerke am 22. Februar 2012 in Tokyo mit. Damit solle die weitere Verseuchung des Pazifischen Ozeans eingedämmt werden, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Bei Messungen in der Bucht vor Fukushima seien „relativ hohe Konzentrationen radioaktiver Stoffe im Meeresboden“ festgestellt worden, hieß es. In den Wochen und Monaten nach dem Beginn der Atomkatastrophe waren große Mengen radioaktiv belasteten Kühlwassers in den Pazifik eingeleitet worden. Aus dem Strahlentelex Nr. 604/605, 1. März 2012