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Newsletter der IPPNW | Fukushima-Newsletter vom 11.06.2015

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IPPNW

Fukushima-Newsletter vom 11.06.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Präfektur Fukushima mussten bislang mehr als 100 Kinder wegen schnell wachsender oder metastasierter Schilddrüsenkrebsfälle operiert werden - Tendenz steigend. Doch das ganze Ausmaß des Problems möchte man anscheinend gar nicht wissen: Ein systematisches Schilddrüsenscreening wird nur in der Präfektur Fukushima durchgeführt, in keiner der anderen betroffenen Präfekturen. Zudem wurde nun bekannt, dass die japanischen Behörden massiv Druck auf WHO und UN ausgeübt haben, um die Angaben zur Schilddrüsenbelastung mit radioaktivem Jod herunter zu rechnen. Und unbeeindruckt von den bekannten Risiken radioaktiv kontaminierter Nahrungsmittel gehen die Bemühungen der Atomindustrie zur Senkung der Grenzwerte in Fukushima weiter. Währenddessen klagen Evakuierte der Stadt Namie gegen die japanische Regierung und den Atomkraftwerksbetreiber TEPCO auf Entschädigungszahlungen für den Verlust ihrer Heimat und fordern adäquate Pläne zur Dekontamination der betroffenen Gebiete.

Mit freundlichen Grüßen,

Henrik Paulitz und Alex Rosen

Mehr als 100 Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern in Fukushima - mehr als 22.000 Kinder mit neuen Zysten und Knoten

Mutter und Kind in Japan mit den Ergebnissen der Schilddrüsenuntersuchung. Foto: Ian Thomas Ash

Am 18. Mai wurden die neuesten Zahlen der Schilddrüsenkrebsstudie der Präfektur Fukushima veröffentlicht. Inzwischen mussten insgesamt 103 Kinder wegen schnell wachsender oder metastasierter Schilddrüsenkrebsfälle operiert werden. Bei 23 weiteren besteht der akute Verdacht auf Schilddrüsenkrebs. Beunruhigend ist darüber hinaus die Zunahme der abklärungsbedürftigen Befunde während der letzten zwei Jahre: Bei 22.837 Kindern, bei denen im ersten Screening noch gar keine Schilddrüsenanomalien gefunden wurden, stellte man nun im Zweitscreening Zysten oder Knoten fest. Bei 235 von ihnen waren diese sogar so groß, dass eine weitere Abklärung dringend notwendig wurde. In bislang 5 Fällen wurden neue Krebsgeschwüre entdeckt und operiert – eine besorgniserregende Entwicklung, die sich nicht länger durch einen bloßen „Screening-Effekt“ erklären lässt. Weiterlesen

Schilddrüsendosen - Welche Werte sind richtig?

Landkarte Japan mit dem Standort des havarierten Atomkraftwerks Fukushima-Dai-ichi

Wurden die Angaben zur Dosisbelastung von Fukushima von den Behörden bewusst geschönt? Diese Vermutung drängt sich auf, wenn man die neuesten Nachrichten aus Japan liest. So unterlagen die offiziellen Angaben zur Strahlendosis von Schilddrüsen im Laufe der Zeit einem bemerkenswerten Wandel. In einem Entwurf der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Dosisabschätzung nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurden für Kinder der Stadt Namie im Herbst 2011 noch Schilddrüsendosen zwischen 300 und 1000 Millisievert (mSv) geschätzt. Selbst in den weit entfernt liegenden Millionenstädten Tokio und Osaka rechnete man bei Kindern noch mit Schilddrüsendosen zwischen 10 und 100 mSv. Weiterlesen

Bürger-Klage gegen Regierung und TEPCO

Dekontamation der Böden in Japan, Foto: Ian Thomas Ash

Rund 100 ehemalige Einwohner der Stadt Namie in der Präfektur Fukushima wollen die japanische Regierung und den Atomkraftwerksbetreiber TEPCO verklagen und geben an, von Staat und Atomindustrie ihrer Heimatstadt beraubt worden zu sein. Zudem sei bislang immer noch kein adäquater Plan zur Dekontamination beschlossen worden. In der rund 10 Kilometer nördlich des havarierten Atomkraftwerks Fukushima gelegenen Kleinstadt Namie liegt die Dosisbelastung bei mehr als 50 Millisievert pro Jahr. Ein Großteil der evakuierten Bewohner kann auf absehbare Zeit nicht in die Stadt zurückkehren. Von der Atomkatastrophe betroffen sind aber auch die 1.400 ehemaligen Bewohner des 30 Kilometer nordwestlich des Atommeilers gelegenen Bezirks Tsushima. Das bewaldete und bergige Gebiet wurde vor den Kernschmelzen von Fukushima intensiv für den Anbau von Reis und Tabak, sowie für Milch- und Forstwirtschaft genutzt. Die Kläger wollen auch für diese Region Schadensersatz sowie die Dekontamination der Böden erwirken.

Weiterlesen: 'Difficult-to-return zone' residents to bring class-action suit against TEPCO, gov't, Mainichi Japan, 14. Mai 2015.

Grenzwerte und regionale Lebensmittelerzeugung in Fukushima

Foodwatch und IPPNW veröffentlichten 2001 einen Report zu den Grenzwerten für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in der EU und in Japan

In Japan gibt es erneut Bestrebungen, durch die Hintertür höhere Grenzwerte für kontaminierte Lebensmittel durchzusetzen. Ansatzpunkt für die intensive Lobbyarbeit der Atomindustrie ist dabei aktuell der Konsum selbstproduzierter Lebensmitteln in der Präfektur Fukushima. Werden Grenzwerte überschritten ist der Selbstverbrauch von Lebensmittel verboten und TEPCO wird mit Entschädigungszahlungen zur Kasse gebeten. Damit hat der Atomkraftwerksbetreiber natürlich ein Problem und so unterstützt das Unternehmen finanziell die japanische Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation, die derzeit intensive Lobbyarbeit für eine Anhebung der Grenzwerte macht. Im aktuellen Strahlentelex lässt sich mehr über die Tätigkeiten dieser Lobbygruppe nachlesen: