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Newsletter der IPPNW | Fukushima-Newsletter vom 11.06.2012

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IPPNW

Fukushima-Newsletter vom 11.6.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

die Weltgesundheitsorganisation und das Wissenschaftliche Komitees der Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR) haben Berichte zu den Folgen von Fukushima veröffentlicht. Laut WHO-Bericht, der auf den Angaben der japanischen Behörden basiert, sei die große Mehrheit der Menschen nach dem GAU nur geringen Strahlendosen ausgesetzt gewesen. Wolfgang Weiss vom Bundesamt für Strahlenschutz hatte bereits auf der Jahrestagung der deutschen Strahlenschutzkommission im März 2012 gerügt, dass die von US-amerikanischen Flugzeugen erhobenen Daten bis heute nicht öffentlich gemacht wurden und ein Großteil der japanischen Daten nicht qualitätsgesichert seien.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Wilmen

Die WHO will beruhigen

Japan-Karte, Quelle: DoroChibaReport June 5, 2012

Der radioaktive Fallout von Fukushima werde kaum jemanden krank machen, meint die WHO in einem unter internationaler Beteiligung erstellten und mit "Vorläufige Dosisschätzung" überschriebenen ersten Report. Die Autoren der WHO legten ihrem vorläufigen Bericht die offiziellen Angaben der japanischen Behörden zugrunde. Verwendet wurden jedoch nur öffentlich zugängliche Informationen, die bis September 2011 vorlagen. Der Physiker Dr. Alfred Körblein rechnet auf Grundlage der von der WHO angegebenen Werte für die effektive Dosis allein für die Präfektur Fukushima mit 12.000 zusätzlichen Krebserkrankungen. Für ganz Japan sei die Zahl womöglich doppelt so hoch.

Fukushima-Arbeiter: Die Strahlendosen

Journalisten und TEPCO-Arbeiter vor Reaktor Nr. 4 am 26. Mai 2012. Foto: Tomohiro Ohsumi, Pool

Das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR) arbeitet ebenfalls an einem Bericht über die Gesundheitsrisiken nach Fukushima, dessen vorläufige Fassung dem Magazin Nature vorliegt. Es soll im nächsten Jahr veröffentlicht werden. Darin werden die Daten von 20.115 Arbeitern ausgewertet, die der AKW-Betreiber Tepco beschäftigt hat, um die Reaktorruinen von Fukushima zu stabilisieren. 176 von ihnen seien Strahlendosen von 100 Millisievert ausgesetzt gewesen, sechs erhielten mehr als 250 Millisievert und zwei mehr als 600 Millisievert, heißt es. Bislang sei keiner von ihnen unmittelbar dadurch erkrankt. Die Wissenschaftler des Berichtes hoffen wohl, dass die von ihnen zusammengefassten Daten die Angst der Bürger vor dem Fallout zerstreuen. "Doch diese Angst ist leider berechtigt!," hält ihnen Dr. Martin Sonnabend, IPPNW-Vorstandsmitglied, entgegen.

Radiocäsium aus Fukushima in Thunfischen an US-Küste

Foto: Blauflossen-Thunfische, Aziz T. Saltik, Flickr

Vor der US-Küste ist in Thunfischen radioaktives Cäsium nachgewiesen worden, das bei der Reaktorkatastrophe in Fukushima freigesetzt worden war. Im August 2011 vor der kalifornischen Küste gefangene Blauflossen-Thunfische sind deutlich stärker mit Cäsium-137 und -134 belastet gewesen, berichten jetzt Wissenschaftler um Daniel Madigan von der Stanford University in den Proceedings der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften (PNAS). Eine Fischmahlzeit von 200 Gramm wäre mit 0,064 Mikrosievert aus Cäsium 134 und 137 belastet. Madigan und sein Team verglichen die radioaktive Belastung von Fischen aus Fängen vom August 2011 mit der von Fischen gleicher Art von 2008.

Warnung vor globaler Katastrophe in Fukushima

Reaktor 4 von Fukushima-Dai-ichi

Schon ein weiteres Erdbeben kann eine weitere nukleare Katastrophe in Fukushima auslösen, mit weltweiten Folgen, die jahrzehntelang kaum in den Griff zu bekommen wären. Atomwissenschaftler und Politiker wie der US-Senator Ron Wyden, ein führendes Mitglied des US-Energie-Ausschusses, warnen vor hohen Risiken, die in Fukushima noch immer bestehen. In einem Brief an den japanischen Botschafter Fijisaki, den US-Energieminister, an Außenministerin Hillary Clinton und an die nukleare Aufsichtsbehörde warnte der Senator vor weiteren, noch größeren Gefahren in Fukushima. Es dauere zu lange, die gefährlichen Atom-Brennstäbe aus dem Abklingbecken des Reaktors 4 zu entfernen, die USA solle helfen. (aus dem Strahlentelex Nr. 610-611/2012)

Japan fährt erstmals nach Fukushima Meiler hoch

Japanische Mütter protestieren gegen Atomenergie, Foto: DoroChibaReport

Zum ersten Mal nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima im März 2011 sollen in Japan wieder Atomkraftwerke hochgefahren werden. Das entschied Regierungschef Yoshihiko Noda am 8. Juni 2012. Gerade mal 15 Monate liegt die Nuklearkatastrophe in Fukushima zurück, doch bald sollen in Japan wieder Atomkraftwerke hochgefahren werden. "Ich habe entschieden, dass die Reaktoren 3 und 4 des Atomkraftwerks Oi zum Wohle der Menschen wieder ans Netz gehen sollen", sagte Ministerpräsident Yoshihiko Noda.  Atomkraftgegner kritisierten Nodas Entscheidung scharf. In einer Umfrage haben sich 71 Prozent der befragten Japaner gegen ein Wiederanfahren ausgesprochen.