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IPPNW ATOM-ENERGIE-NEWSLETTER

ATOM-Energie-Newsletter vom 15. März 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

ein Brand könnte das Ende der deutschen Brennelementefabrik in Lingen einleiten. Der “World Nuclear Industry Status Report 2018” zeigt, wie schwer sich die Atomindustrie weltweit tut. Die Standortsuche für ein Endlager in Deutschland, Erbschäden durch ionisierende Strahlung und ein geplanter Uranbergbau in Sibirien sind weitere Themen in diesem Newsletter. Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre.

Mit freundlichen Grüßen

Henrik Paulitz und Dr. Alex Rosen

Brand in Brennelementefabrik Lingen

Foto: Miriam Staudte
Foto: Miriam Staudte

Am 6. Dezember 2018 kam es in der Brennelementefabrik von Framatome/ANF in Lingen nach einer Verpuffung zu einem Brand in einem Labor des nuklearen Bereiches. Nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums sollen etwa 55 Liter Wasserstoff in einer großen Stichflamme verbrannt sein. Leitungen mit uranhaltigem Wasser wurden aus den Verankerungen gerissen und verbrannten, so dass insgesamt 1000 Liter uranhaltiges Wasser ausgelaufen sei. Seit dem Brand ruht die Herstellung von Brennelementen in Lingen.

Weiterlesen:

- Brand in Brennelementefabrik Lingen

 

 

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Die Hoffnung der Atomlobby konzentriert sich auf China

Foto: Atomkraftwerk Daya Bay, By No machine-readable author provided. Level plus~commonswiki assumed (based on copyright claims). [Public domain], via Wikimedia Commons
Foto: Atomkraftwerk Daya Bay, By No machine-readable author provided. Level plus~commonswiki assumed (based on copyright claims). [Public domain], via Wikimedia Commons

Der neue “World Nuclear Industry Status Report 2018” kommt zum Ergebnis, dass die Atomenergienutzung weltweit rückläufig ist. Das Maximum der globalen Atomstromproduktion wurde 2006 überschritten, nach Fukushima kam es zu einem weiteren Absturz. Der dreijährige Anstieg der Atomstromproduktion bis 2017 war primär auf China zurückzuführen.

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- Die Hoffnung der Atomlobby konzentriert sich auf China

 

 

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Endlagersuche 2020 mit ersten Ergebnissen

Foto: Protest der Bevölkerung im Wendland gegen ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Gorleben, Christian Fischer, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11936602
Foto: Protest der Bevölkerung im Wendland gegen ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Gorleben, Christian Fischer, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11936602

Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) hat angekündigt, im Jahr 2020 Ergebnisse der 1. Phase der Standortsuche für ein atomares Endlager vorzulegen. Die für die Standortsuche zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) sammelt zu Beginn der 1. Phase geowissenschaftliche Daten der Länder und wertet diese nach Aktenlage aus. Zunächst werden ungeeignete Regionen wie Erdbeben- oder Bergbaugebiete von der "weißen Landkarte" potenzieller Endlagerstandorte gestrichen. Im nächsten Schritt werden Mindestanforderungen angewandt. Zum Beispiel sollen 300 Meter Gestein das Endlager von der Erdoberfläche trennen. Eine 100 Meter starke Schicht aus Granit, Salz oder Ton soll das Endlager umgeben. Zwischen den verbleibenden Gebieten werden dann Vor- und Nachteile nicht zuletzt auch mit Politik und Öffentlichkeit abgewogen. Als Ergebnis der 1. Phase sollen potenziell geeignete Regionen ermittelt und per Gesetz bestimmt werden („Teilgebiete“), die anschließend in der 2. Phase übertägig erkundet werden sollen. Schließlich sollen in der 3. Phase untertägige Erkundungen von mindestens zwei Standorten die Festlegung auf einen Endlagerstandort ermöglichen. Die Anti-Atom Initiative .ausgestrahlt hat derweil die potentiellen Standortregionen auf einer interaktiven Deutschlandkarte aufgeführt.

Weiterlesen:

- Standortauswahlverfahren
- Endlagersuche: Eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung
- Das Standortauswahlgesetz für ein atomares Endlager
- Thesen zum Umgang mit dem Atommüll
- Interaktive Deutschlandkarte von .ausgestrahlt

 

 

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Röntgenstörstrahlung: Pilotstudie zur Vererbung von Strahlenschäden

Foto: Atommülllager Gorleben, By Siegfried Wessler (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Foto: Atommülllager Gorleben, By Siegfried Wessler (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Eine Pilotstudie der Berliner Universitätsklinik Charité belegt eine mögliche Vererbbarkeit klinisch relevanter Mutationen infolge von ionisierender Strahlung. Hintergrund ist die einst hohe „Röntgenstörstrahlung“ alter Radaranlagen bei der Bundeswehr und der Nationalen Volksarmee der DDR. Bei „Radarsoldaten“ der Bundesmarine, die vor Jahrzehnten beispielsweise mit dem Radargerät SGR-103 zu tun hatten, lag die Strahlenbelastung während der Dienstzeit bei bis zu 400 mSv/h. Die Kinder und Enkel früherer Radarsoldaten zeigen teilweise gesundheitliche Schäden.

Weiterlesen:

- Röntgenstörstrahlung: Pilotstudie zur Vererbung von Strahlenschäden

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Kein sibirisches Uran für Neckarwestheim

Foto: Thomas Springer [Public domain]
Foto: Thomas Springer [Public domain]

Der deutsche Atomkraftwerksbetreiber EnBW ließ wiederholt Brennelemente für die Atomkraftwerke Obrigheim und Neckarwestheim beim russischen Konzern Rosatom herstellen. Rosatom möchte nun auch im sibirischen Dowolnoje Uran fördern. In Solidarität mit den Bürgerinitiativen „Kurgan-Antiuran“ im sibirischen Bezirk Kurgan fordert das Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn, auf den Uranabbau in Dowolnoje zu verzichten. Die EnBW solle auf den Kauf von Brennelementen von Rosatom wie auch von anderen Herstellern verzichten und die noch betriebenen Atomkraftwerke Neckarwestheim und Philippsburg stilllegen.

 

 

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Helfen Sie mit

Abschließend hätten wir noch folgende Bitte: Leiten Sie diesen ATOM-Energie-Newsletter an Interessierte weiter. Und: Der Newsletter kann kostenlos abonniert werden, über dieses Formular.

Ferner möchten wir Sie auf die diesjährige IPPNW-Anzeige zum Fukushima-Jahrestag hinweisen, die wir am 11. März wieder in einer bekannten überregionalen Zeitung veröffentlichen werden. Wir würden uns freuen, wenn Sie die Anzeige mit dem Titel "Energiewende ohne Atom und Kohle" unterschreiben und mit Ihrem Beitrag die ganzseitige Veröffentlichung ermöglichen würden. Hier der Anzeigentext und das Formular zur Unterstützung ..

 

 

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