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IPPNW ATOM-ENERGIE-NEWSLETTER

ATOM-Energie-Newsletter vom 11. März 2021

Liebe Freund*innen, liebe Mitstreiter*innen,

heute jährt sich die atomare Katastrophe von Fukushima zum 10. Mal.

Um „Zehn Jahre Leben mit Fukushima“ ging es auch im Symposium am 27. Februar, an dem renommierte Wissenschaftler*innen aus aller Welt teilnahmen und ihre Erkenntnisse vorstellten. Links zu allen Vorträgen finden sich am Ende dieses Newsletters.

Trotz andauernder Atomkatastrophe versucht die japanische Regierung, mithilfe der Olympischen Sommerspiele den Anschein zu erwecken, als sei in Fukushima wieder Normalität eingekehrt, als würden nicht weiterhin Zehntausende Evakuierte im unsicheren Limbo gehalten, als wären nicht nur rund 15 Prozent der verstrahlten Gebiete dekontaminiert. Besonders geschmacklos sind die Pläne, den Olympischen Fackellauf durch die nukleare Sperrzone zu führen. Unsere Petition dagegen läuft noch bis zum 23. März!

Vielen Dank an dieser Stelle an die über 2.500 Unterzeichner*innen der Anzeige in der Süddeutschen Zeitung, die heute erschienen ist! Die Atomkraft ist ein tödliches Relikt ohne Zukunft. Gemeinsam fordern wir: Konsequente Energiewende statt Atomkraft.

Gute Lektüre wünschen

Paul-Marie Manière
Referent für Atomausstieg, Energiewende und Klima – IPPNW

Dr. Alex Rosen
Kinderarzt und Co-Vorsitzender der IPPNW


10 Jahre Fukushima: Die Atomkatastophe dauert an - Schilddrüsenkrebs bei Kindern 20 Mal häufiger als erwartet

Schilddrüsenuntersuchung. Bild aus: "A2 - B - C". © Ian Thomas Ash / www.documentingian.com

Die Ärzteorganisation IPPNW warnte in einer Pressemitteilung anlässlich des 10. Jahrestages der Atomkatastrophe von Fukushima vor den gesundheitlichen Folgen des mehrfachen Super-GAUs: "Bei Kindern und Jugendlichen in Fukushima sind nach der initialen Reihenuntersuchung 20 Mal mehr Schilddrüsenkrebsfälle gefunden worden, als zu erwarten gewesen wären“, so der Kinderarzt und IPPNW-Vorsitzende Dr. Alex Rosen. Die IPPNW widerspricht damit klar dem Bundesamt für Strahlenschutz und dem UN-Komittee UNSCEAR.

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Breites Bündnis fordert: Konsequente Energiewende statt Atomkraft

Anlässlich des heutigen 10. Jahrestags des Beginns der Atomkatastrophe von Fukushima bekräftigen über 50 Umwelt-, Friedens-, Jugend- und Anti-AKW-Organisationen in einem gemeinsamen Papier ihre Forderung nach einem schnellen und konsequenten Ausstieg aus der Atomkraft – in Deutschland und weltweit. Als Ärzt*innenorganisation hat die IPPNW den Text mitgezeichnet.

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Olympischer Fackellauf entlang radioaktiver Hotspots

Route des olympischen Fackellaufs. www.tokyo2020.org

Wegen der Pandemie wurden die Olympischen Spiele von Tokio auf 2021 verschoben - und mit ihnen der geplante Fackellauf durch die radioaktiv kontaminierte Sperrzone in Fukushima. Dieser soll am 25. März im J-Village starten. Um dagegen zu protestieren, haben IPPNW und .ausgestrahlt gemeinsam eine Petition gestartet, die wir der japanischen Botschaft in Berlin übergeben werden.

Direkt zur Petition: https://www.ausgestrahlt.de/aktionen/radiolympics/

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Radioaktives Cäsium in der Bucht von Tokio

Olympische Austragungsorte in der Bucht von Tokio - www.tokyo2020.org

Im Juli und August 2021 werden in Japan die Olympischen Sommerspiele stattfinden. Neben den vielen sportlichen Disziplinen an Land finden auch Ruder- und Kanu-Meisterschaften in der Bucht von Tokio statt. Angesichts der anhaltenden Atomkatastrophe von Fukushima und der radioaktiven Kontamination großer Teile des Landes mit strahlenden Partikeln wie Cäsium-137 stellen sich viele Menschen die Frage, wie es mit der Strahlenbelastung der Bucht von Tokio aussieht. Eine Studie aus dem Jahr 2018 untersuchte genau diese Frage und kam zu Ergebnissen, die aufhorchen lassen.

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IPPNW-Anzeige in der Süddeutschen Zeitung

IPPNW-Logo

Unsere Anzeige in der Süddeutschen Zeitung ist heute veröffentlicht worden!

Rekordverdächtige 2.584 Unterstützerinnen und Unterstützer sowie befreundete Organisationen haben dies ermöglicht. Ihnen allen ein ganz dickes Dankeschön! Gemeinsam können wir so klar und deutlich unsere Forderungen einem breiten Publikum zugänglich machen: Solidarität mit der betroffenen Bevölkerung statt politischer Missbrauch der Olympischen Spiele; ein vollständiger Atomausstieg – inklusive der Anlagen in Lingen und Gronau; eine echte Energiewende, hin zu 100% Erneuerbaren

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Internationale Fachtagung "10 Years Living with Fukushima"

Zehn Jahre nach Beginn der Atomkatastrophe von Fukushima sollte man meinen, dass es mittlerweile eine große Anzahl gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse geben müsste, was die konkreten gesundheitlichen Folgen der drei Kernschmelzen angeht. Eine umfassende Analyse der  wissenschaftlichen Literatur förderte rund 375 brauchbare Studien zutage, davon allein 96 zum Quellterm und zur Dosisberechnung, 57 zu Schilddrüsenkrebs, 46 zu den Folgen für die Tierwelt, 37 zu den psychosozialen Folgen und 27 zu den Folgen für den Ozean. Erstaunlich wenig fand man zu den Folgen des radioaktiven Niederschlags auf die Entwicklung strahlenbedingter Erkrankungen, vor allem Leukämie, Lymphomen und soliden Tumoren. Zudem zeigte sich, dass ein Großteil der Studien zu Schilddrüsenkrebs aus der Feder des offiziellen "Strahlungsberaters" der Präfektur Fukushima, Prof. Shunichi Yamashita, stammten. Ein insgesamt erschreckendes Bild voller vertaner Chancen für die Wissenschaft. Dennoch ließ sich einiges an gesicherten Erkenntnissen zusammentragen auf unserer Fachtagung, die an der Berliner Charité in einem virtuellen Format stattfand. Die wesentlichen Erkenntnisse sowie die Videovorträge lassen sich bequem auf der Webseite abrufen.

 

Aktuelle Situation in Fukushima
Shaun Burnie, Fukushimaexperte Greenpeace

 

Gesundheitliche Gefahren von Niedrigdosis-Strahlung
Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Epidemiologe, Universitätsklinik Greifswald

 

Krebserkrankungen in Fukushima am Beispiel von Schilddrüsenkrebs
Dr. Alex Rosen, Kinderarzt, Co-Vorsitzender der IPPNW Deutschland
Prof. Dr. Toshihide Tsuda, Epidemiologe, Okayama

 

Auswirkungen auf Perinatale Morbidität und Mortalität
Dr. Hagen Scherb, Biomathematiker am Helmholtz Zentrum München

 

Psychosoziale Auswirkungen der Atomkatastrophe
Dr. Angelika Claußen, Psychiaterin, IPPNW-Vizepräsidentin Europa

 

Auswirkungen der Atomkatastrophe auf Flora und Fauna
Prof. Tim Mousseau, Evolutionsbiologe, Univ. South Carolina

 

Gesundheitliche Auswirkungen für Arbeiter*innen in Fukushima
Felix Jawinski, Unversität Leipzig, Ostasiatisches Institut, Japanologie

 

Auswirkungen der Atomkatastrophe auf die Meere
Dr. Ken Buesseler, Woods Hole Oceanographic Institution

 

Parallelen und Unterschiede zwischen Fukushima und Tschernobyl
Juliane Dickel, Leiterin Atom- und Energiepolitik, BUND

 

 

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