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IPPNW

Fukushima-Newsletter vom 11.10.2011

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

sieben Monate nach der atomaren Katastrophe werden in der Präfektur Fukushima rund 360.000 Kinder und Jugendliche auf Schilddrüsenkrebs untersucht. Ein zwölfköpfiges Expertenteam der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) überprüft zudem Schulen, Bauernhöfe und Regierungsgebäude auf radioaktive Strahlung. Ein Gutachten von Ärzten aus Fukushima hatte kürzlich ergeben, dass bei 10 von 130 in Kindern aus der Region hormonelle und andere Unregelmäßigkeiten in der Schilddrüse festgestellt wurden.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Wilmen

Strahlen-Grenzwerte für Lebensmittel bieten keinen Gesundheitsschutz

Die Strahlen-Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel in der EU und in Japan bieten keinen ausreichenden Gesundheitsschutz. Die Bevölkerungen sind unnötig hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt der Report „Kalkulierter Strahlentod – Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in EU und Japan“, den die Verbraucherorganisation foodwatch und die Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) am 20. September in Berlin vorgestellt haben. Der Report basiert auf einem Gutachten von Thomas Dersee und Sebastian Pflugbeil (Gesellschaft für Strahlenschutz). mehr

Konferenz zu Gesundheitsgefahren von Radioaktivität

Am 11. und 12. September 2011 hat in Fukushima ein sogenanntes "Expertensymposium" der Nippon-Foundation zu den gesundheitlichen Gefahren von Radioaktivität stattgefunden. Einer der Hauptorganisatoren war Prof. Shunichi Yamashita, der behauptet, bis zu einer Strahlendosis von 100 Millisievert pro Jahr bestehe keine Gesundheitsgefahr. Die geladenen Wissenschaftler präsentierten dann auch wenig überraschend ihre Erkenntnisse, dass niedrige Strahlendosen sicher seien. Nach Auffassung von kritischen Wissenschaftlern war Ziel der Veranstalter vor allem, Ängsten in der Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung entgegen zu treten. Sie fühlen sich an die Beschwichtigungen der IAEO nach der Tschernobylkatastrophe erinnert und haben am 12. Oktober eine Gegenkonferenz organisiert. Einer der Referenten war Dr. Sebastian Pflugbeil von der Gesellschaft für Strahlenschutz.

Projekt 47: Weitere Messgeräte fehlen

Bürgerinnen und Bürger in Japan haben das Projekt 47 gegründet: In jeder Präfektur soll eine Messstelle für Bürger (CRMS: Cititzens´ Radioactivity Measuring Station) errichtet werden. In Japan gibt es insgesamt 47 Präfekturen, und die ersten Messstellen sind bereits in der Präfektur Fukushima errichtet worden. In den Messstellen soll die radioaktive Verseuchung von Lebensmitteln gemessen werden, wie das nach Tschernobyl rund 40 Bürgerinitiativen im deutschsprachigen Raum ebenfalls taten. Dem Projekt fehlen aber noch Messgeräte. Ein Gammamessplatz zur Messung von Nahrungsmittelbelastungen mit ausreichender Nachweisgrenze kostet heute rund 30.000,- Euro.  mehr

Zehntausende protestieren in Japan gegen Atomenergie

Flickr, Genpatsu yamero!

In Tokio sind am 19. September 60.000 Menschen gegen Atomkraft auf die Straße gegangen – mehr als jemals zuvor. Bekanntester Teilnehmer war der Literaturnobelpreisträger Kenzaburo Oe. Er erinnerte die Demonstranten daran, dass Italien ein nationales Referendum über Atomkraft abgehalten hätte. In Japan dagegen machten die Atomenergiebefürworter einfach weiter. "Der einzige Weg, um sie zu stoppen, sind öffentliche Treffen und Demonstrationen", so Oe. Umfragen zufolge sind 70 Prozent der Japaner gegen neue Atomkraftwerke.