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IPPNW e.V.

 


Fukushima-Tschernobyl-Anzeige der IPPNW

Berlin, 24. Februar 2014


Sehr geehrte Damen und Herren,

zum 3. Jahrestag der Katastrophe von Fukushima wollen wir wieder eine ganzseitige Anzeige in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichen, für die Beteiligung sind nur noch wenige Tage Zeit: am 5. März endet die Zeichnungsfrist.

Seit der Fukushima-Katastrophe sind am 11. März schon drei Jahre vergangen. Die Medien berichten wenig und selten. Die atomfreundlichen UN-Organisationen IAEO, UNSCEAR, WHO bemühen sich, die Folgen klein zu reden.

Die Reaktoren von Fukushima-Daiichi sind jedoch seit drei Jahren ohne Unterbrechung außer Kontrolle. Es gibt keine Möglichkeit, die sich durch die Böden der Reaktoren 1-3 fressenden Kernschmelzmassen aufzuhalten. Die begonnene Bergung der Brennelemente ist hoch riskant, aber unumgänglich.

Für uns in Deutschland heißt die Konsequenz, die noch nicht abgeschalteten neun Reaktoren als Gefahrenquelle so bald wie möglich stillzulegen und auf 100 % Erneuerbare Energie umzusteigen.

Starke Kräfte setzen alles daran, den Erfolg der Energiewende zu stören. Trotz der in den Weg gelegten Hindernisse ist sie aber ein Selbstläufer geworden, weil die Menschen in unserem Land es so wollen.

Wir möchten mit dieser Anzeige die Erinnerung an die fortbestehenden Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima wach halten und gleichzeitig dazu beitragen, unsere Konsequenz, die Energiewende, mit unverminderter Kraft zum Erfolg zu führen.

In diesem Sinn bitten wir Sie, die Anzeige zu unterschreiben und mit Ihrem Beitrag die ganzseitige Veröffentlichung zu ermöglichen.

Nutzen Sie zum Unterschreiben den direkten Link zum Formular!

Viele Grüße,
Dr. Dörte Siedentopf, IPPNW-Vorstand
Dr. Winfrid Eisenberg, IPPNW-Arbeitskreis Atomenergie

PS: Mit einer Mindestspende von 25 EUR werden Sie unter der Anzeige namentlich geführt.


Es folgt der Anzeigentext Fukushima-Tschernobyl 2014


FUKUSHIMA 3 Jahre
TSCHERNOBYL 28 Jahre

Zum 3. Mal jährt sich die Atomkatastrophe in Fukushima, zum 28. Mal die von Tschernobyl. Wie in Weißrussland, in der Ukraine und in Russland sind auch in Japan weite Gebiete langfristig verstrahlt worden und nun für Generationen unbewohnbar. Die gesundheitlichen Folgen der Radioaktivität sind aus Tschernobyl bekannt: Krebserkrankungen aller Organe, angeborene Fehlbildungen, Erbgutschäden, Totgeburten, Herz-Kreislauferkrankungen.

Es wird immer deutlicher, dass ionisierende Strahlung schon in kleinsten Dosen das Erkrankungsrisiko erhöht. Es gibt keinen Schwellenwert, unterhalb dessen Strahlung unschädlich wäre. Schon die Hintergrundstrahlung verursacht epidemiologisch nachweisbare Gesundheitsschäden (siehe hierzu auch die Übersichtsarbeit „Gefahren ionisierender Strahlung“ auf www.ippnw.de/strahlung).

Fukushima ist noch immer außer Kontrolle
Tag für Tag fließen rund 300 Tonnen radioaktiv belasteten Wassers in den Pazifik. Von den noch nicht geborgenen Brennelementen und den Kernschmelzen geht weiterhin große Gefahr aus. Dekontaminationsversuche wirken hilflos, die Zahl der bereits diagnostizierten Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern ist besorgniserregend. Die fortbestehende Bedrohung für Mensch und Umwelt wird von der japanischen Regierung und der mächtigen Atomlobby verschwiegen, vertuscht und verharmlost.

Atomenergie ist unverantwortlich, unnötig und unbezahlbar
Auch hier in Deutschland stellen die noch nicht stillgelegten Atomkraftwerke eine Gefahr dar: Brokdorf, Emsland, Grafenrheinfeld, Grohnde, Gundremmingen B und C, Neckarwestheim, Ohu, Philippsburg. Nach dem mehrfachen Super-GAU von Fukushima wurden in Deutschland der Atomausstieg und die Energiewende beschlossen. Bürgerinnen und Bürger machten die dezentrale Energiewende zu einem wirtschafts- und sozialpolitischen „Leuchtturmprojekt“ mit vielen zukunftsweisenden Arbeitsplätzen. Die Mehrheit der Bevölkerung will die Energiewende. Die großen Energiekonzerne e.on, RWE, Vattenfall und EnBW versuchen jedoch mit allen Mitteln, ihre Macht und ihre Profite zu retten. Ihre finanzstarke Lobby will die Energiewende verhindern. Mit der gelenkten Strompreisdiskussion wird versucht, die Erneuerbaren Energien zu diskreditieren. Tatsächlich haben diese jetzt schon strompreissenkende Effekte. Im Gegensatz zu Atom- und Kohlestrom verursachen sie keine Gefahren und Folgekosten für die nach uns kommenden Generationen. Sogar von Laufzeitverlängerungen der verbliebenen AKWs ist die Rede. Diesen Anschlag auf die Energiewende gilt es abzuwehren.

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich, dann gewinnst du.“ (Mahatma Gandhi)

Die Energiewende unbeirrt fortsetzen
Wir Bürgerinnen und Bürger lassen uns die Energiepolitik weder von den Atomkonzernen noch von der Politik diktieren. Wir machen die Energiewende einfach selber. Wir beteiligen uns, z.B. über Energiegenossenschaften, an Solar-, Wind- und Speicheranlagen. Wir installieren Solarmodule auf dem Dach und Speichersysteme im Keller. Wir bemühen uns um einen nachhaltigen Lebensstil und verlangen Energiespar- und Effizienzmaßnahmen auch in der Industrie. Wir fordern die Kommunen auf, Energieautonomie anzustreben und lokale Netze selbst zu betreiben. Wir mischen uns an vielen Stellen in die Energiepolitik ein. Der Erfolg der Energiewende macht uns von Öl-, Gas- und Uranimporten unabhängig und trägt so dazu bei, Ressourcenkriege zu verhindern. Deshalb rufen wir dazu auf:

Tschernobyl und Fukushima nicht vergessen!
Mit der Energiewende die Umwelt schonen und den Frieden fördern!

Die IPPNW ist eine berufsbezogene, friedenspolitische Organisation, die 1981 von einer Gruppe von Ärzten aus den USA und Russland gegründet wurde. Ihre Überzeugung: Als Arzt hat man eine besondere Verpfl ichtung zu sozialer Verantwortung. Daraus entstand eine weltweite Bewegung, die 1984 den UNESCO-Friedenspreis und 1985 den Friedensnobelpreis erhielt. Heute setzen sich Mediziner und Medizinerinnen der IPPNW in über 60 Ländern auf allen fünf Kontinenten für eine friedliche, atomtechnologiefreie und menschenwürdige Welt ein.

IPPNW - Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte in sozialer Verantwortung
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