Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,
vor 40 Jahren, am 10. Dezember 1985, erhielt die IPPNW den Friedensnobelpreis „für die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Gefahren eines Atomkrieges“. Ein rororo-Bändchen mit Texten aus den ersten Jahren der deutschen IPPNW-Sektion erschien damals unter dem im Betreff dieses Newsletters zitierten Titel "Friedensnobelpreis für 140.000 Ärzte". Der Slogan „Wir werden euch nicht helfen können“ war damals eine zentrale Botschaft und ebnete den Boden für eine wirkungsmächtige Gesundheits- und Friedensbewegung, die zum Umdenken in der Bevölkerung beitrug und das Bewusstsein für die Gefahren von Atomwaffen verstärkte. Informationen und Anekdoten zu diesem denkwürdigen Ereignis haben wir hier für Sie zusammengestellt.
Heute soll unser Gesundheitswesen erneut auf einen Krieg vorbereitet werden, während die Gefahr eines Atomkrieges noch höher ist als zu Zeiten des sogenannten Kalten Krieges. Als IPPNW antworten wir darauf mit unserer Kampagne für ein ziviles Gesundheitswesen, über die wir auch in diesem Newsletter informieren.
Eine informative Lektüre wünscht
Marek Voigt
Foto: Matt Shalvatis
In einer Pressemitteilung zum ursprünglichen 28-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump für ein Ende des Ukrainekrieges erklärte die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen: "Die Realität ist, dass Waffenstillstand und Frieden in der Ukraine von keiner der beiden Kriegsparteien mit militärischen Mitteln zu erreichen ist. Deshalb braucht es Diplomatie und Verhandlungen für einen Waffenstillstand." In ihrem Text zeigte sich die IPPNW skeptisch gegenüber der von Trump erwarteten schnellen Lösung: "Allerdings bleibt abzuwarten, ob der einseitig diktierte Vorschlag der US-Regierung zu direkten Gesprächen zwischen den Kriegsparteien führen wird. Für eine nachhaltige tragfähige Friedenslösung ist die Beteiligung der Ukraine und Europas sowie der UN notwendig. Es braucht UN-Sicherheitsgarantien für die Ukraine, es braucht Aufarbeitung von Kriegsverbrechen und Versöhnung statt Amnestie."
Anlässlich des Abschlusses des Weltklimagipfels warnte die IPPNW vor einer eklatanten Lücke in den internationalen Klimaverhandlungen: Die Rolle von Militär und bewaffneten Konflikten als Treiber der Klimakrise blieb auch in diesem Jahr nahezu vollständig ausgeblendet. „Dass die COP30 keine Räume geschaffen hat, um den Zusammenhang zwischen Aufrüstung, Krieg und Klimakrise zu diskutieren, ist ein schweres politisches Versäumnis“, sagte Dr. Angelika Claußen, Vorsitzende der deutschen IPPNW. „Während die sich verstärkenden Folgen von Klimakrise und gewaltsamen Konflikten ganze Regionen destabilisieren, Leben zerstören und Ökosysteme verwüsten, wird der militärische Anteil an der Erderwärmung weiterhin systematisch verschwiegen.“
Vertriebene in Tawila, Nord-Darfur, Sudan, Oktober 2025.
Die IPPNW verurteilte schwerste Menschenrechtsverletzungen im Sudan – darunter Morde, Hungerblockade, Vergewaltigungen sowie Angriffe auf das Gesundheitssystem. Die Organisation begrüßte die Forderung von Bundesaußenminister Johann Wadephul sowie weiterer EU-Außenminister*innen und Regierungsvertreter*innen nach einem Waffenstillstand. Die IPPNW forderte die Bundesregierung auf, Rüstungsexporte an die Kriegsparteien im Sudan zu stoppen und humanitäre Hilfe aufzustocken.
Ein Palästinenser im Flüchtlingslager Nuseirat im Gazastreifen trägt seine verletzten Enkelkinder nach einem israelischen Bombenangriff.
Die IPPNW hat in Briefen an Außenminister Johann Wadephul und den Menschenrechtsbeauftragten Lars Castellucci appelliert, die Bundesregierung möge sich an der Evakuierung und Behandlung von schwer verletzten Kindern aus Gaza in Deutschland beteiligen. Die Schweiz hat insgesamt 20 schwerverletzte Kinder aus dem Gazastreifen evakuiert. Alle Kinder haben schwere Kriegsverletzungen erlitten und benötigen spezialisierte medizinische Behandlungen. Bei einem Treffen der IPPNW-Friedensreferentin Angelika Wilmen mit dem Außenminister und dem Menschenrechtsbeauftragten am 19. November 2025 konnte der Brief persönlich an einen Mitarbeiter des Auswäritgen Amtes übergeben werden.
Im Rahmen eines Symposiums an der Charité in Berlin sollte eigentlich am 20. November 2025 Bundeswehr-Oberst Zimmermann über das Thema "Zivile Verteidigung – Vorbereitung deutscher Krankenhäuser am Beispiel Berlin" sprechen. Ein breites Bündnis von Organisationen aus dem Gesundheitsbereich hatte Proteste gegen diese Veranstaltung angekündigt, die beispielhaft für eine Militarisierung des Gesundheitswesens steht. Vor dem Hintergrund der angekündigten Proteste wurde kurzfristig Oberst Zimmermann vom Symposium ausgeladen. Stella Ziegler, IPPNW: "Dass aufgrund der Ankündigung der Proteste der Bundeswehr-Oberst wieder aus der Charité ausgeladen wurde, zeigt: Protest wirkt."
Was schenkt man jemandem, der schon alles hat oder sich nichts wünscht? Mit einer Geschenkspende an die IPPNW machen Sie ein besonderes Geschenk – einen Beitrag für eine atomwaffenfreie und friedlichere Welt. Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine persönliche Spendenurkunde aus, die Sie verschenken können. Weihnachtsgrüße können Sie mit unserer IPPNW-Kunstkarte verschicken. Die Motive stammen von unserer ehemaligen Abrüstungsreferentin und Geschäftsstellenleiterin Xanthe Hall. Die Karten „Friedenstaube“ und „Peace“ sind als Päckchen in unserem Shop erhältlich – jeweils fünf Klappkarten A6 mit Umschlag für 5 Euro zzgl. Portokosten. Und wenn es doch eine Kleinigkeit sein soll: Unsere blaue Baumwolltasche aus fair produzierter Baumwolle mit dem Slogan „Ärztinnen & Ärzte fordern: Friedensfähig statt kriegstüchtig!“ für 8 Euro eignet sich gut als Geschenk. Bestellen unter: shop.ippnw.de
Aus der Mitgliedschaft: IPPNW auf dem DGPPN-Kongress
Die IPPNW war Ende November beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) in Berlin mit einem IPPNW-Stand sowie einem Vortrag von Angelika Claußen und Nadia Bieler zum Thema "Militärische Konflikte und ihre psychischen Folgen – welche Ansätze zur Prävention halten Psychiatrie und Psychotherapie bereit?" vertreten. Zehn IPPNW-Mitglieder haben am Stand der IPPNW Fragen beantwortet, knapp 50 Unterschriften unter die Erklärung für ein ziviles Gesundheitswesen gesammelt und Materialien zur Kampagne gegen die Militarisierung des Gesundheitswesens und zu Abschiebungen aus Gesundheitseinrichtungen verteilt.