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IPPNW ATOM-ENERGIE-NEWSLETTER

Atomenergie-Newsletter vom 19. Dezember 2025

Liebe Freundinnen und Freunde,

das Jahr 2025 geht zu Ende – für uns geprägt von Atommythen im Bundestagswahlkampf, Kritik an der Atomlobby während der Klimaverhandlungen, den gefährlichen Alt-AKWs unserer Nachbarländer sowie den Verbindungen zwischen Atomenergie und Atomwaffen. Auch 2026 wird ereignisreich: Im März jähren sich die Super-GAUs von Tschernobyl zum 40. und von Fukushima zum 15. Mal. Die IPPNW lädt daher zu einer Tagung ein – denn die Folgen sind noch lange nicht ausgestanden. Wir bleiben dran! Auch, weil hierzulande mehr als "nur" die Altlasten der Atomenergie zur Debatte stehen. Aktuell besonders brisant: Werden die niedersächsische Landes- und die Bundesregierung dem Antrag auf Produktionserweiterung der Brennelementefabrik in Lingen endlich eine klare Absage erteilen? Oder wird Frankreichs Framatome mit dem russischen Staatskonzern Rosatom bald im Emsland Brennelemente produzieren, während letzter weltweit neue Atomkraftwerke plant, das AKW Saporischschja besetzt hält und für die Atomwaffen verantwortlich ist, mit denen die russische Regierung immer wieder droht?

Ich wünsche Ihnen und Euch friedliche Weihnachten

Patrick Schukalla
IPPNW-Referent für Atomausstieg, Energiewende und Klima


IPPNW-Tagung: 15 Jahre Fukushima – 40 Jahre Tschernobyl

Am Samstag, dem 7. März 2026, laden wir zu einer IPPNW-Tagung nach Stuttgart ein. Wir widmen uns den bis heute anhaltenden Folgen der beiden größten Atomunfälle der Geschichte und werfen einen kritischen Blick auf ausgewählte Gegenwarts- und Zukunftsthemen der Atomenergie. Das Programm umfasst Vorträge von Expert*innen, Berichte aus den betroffenen Regionen, fundierte Informationen zu gesundheitlichen Folgen und Analysen aktueller Atomrisiken. Abschließend gibt es Gelegenheit zu weiterem Austausch und zur Vernetzung. Wir freuen uns, Sie und Euch in Stuttgart zu sehen! Die Anmeldung ist ab jetzt offen.

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Der unvollendete Atomausstieg – erfolgreiche Proteste in 2025 – schwere Aufgaben für 2026

Das Jahr 2025 war umweltpolitisch und klimapolitisch in vielerlei Hinsicht von zum Teil krassen Rückschritten gekennzeichnet, weil die neue Bundesregierung viele Errungenschaften zurückdreht oder ein Rollback angekündigt hat. Das gilt leider auch für die Atompolitik. Dennoch konnten an den verschiedenen Standorten beachtliche Erfolge erzielt werden, die es in 2026 zu verteidigen gilt. Ein Beitrag zu Protest und atompolitischen Ausblicken zum Forschungsreaktor Garching, zur Brennelementefabrik Lingen, zur Urananreicherungsanlage Gronau und zu den Castor-Transporten nach Ahaus von Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen

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AKW-Leibstadt-Update: IPPNW drängt auf Einhaltung der Espoo-Konvention

Das Schweizer AKW Leibstadt hat im Dezember 2024 seine ursprünglich vorgesehene Betriebszeit von 40 Jahren überschritten. Damit steht es exemplarisch für die riskante Tendenz, die Laufzeit überalterter Atomanlagen in Europa zu verlängern. Gemäß der Espoo-Konvention wäre die Schweiz zur Einleitung einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichtet gewesen. IPPNW Deutschland und IPPNW/PSR Schweiz drängen auf die Einhaltung der Konvention und können einen ersten Etappenerfolg verzeichnen: Das Implementation Committee der Espoo-Konvention hat die Thematik zur weiteren Prüfung angenommen.

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Atoms for Peace und die IAEO

In seiner Rubrik „Aktueller Begriff“ stellte der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages im Dezember die IAEO vor. Er leitet die Erklärungen mit der Warnung des Generaldirektors der Internationalen Atomenergie-Organisation, Rafael Grossi, vor einem internationalen nuklearen Wettrüsten ein, das mit jenem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vergleichbar sei. Grossi hatte im September gesagt, er halte es nicht für ausgeschlossen, dass sich die Zahl der Atommächte bald auf 20 bis 25 erhöhen könnte. Dies würde laut dem IAEO-Chef zu einer „unberechenbaren und gefährlichen Welt“ führen. Ebenfalls im September erschien eine Ausgabe des „ippnw-Thema“ über die zivil-militärischen Verknüpfungen der Atomindustrie.

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Nuclear power’s role in Japan is fading

Foto: KEI / CC BY-SA 3.0

Im November genehmigte die Präfektur Niigata die teilweise Wiederinbetriebnahme des weltweit größten AKW Kashiwazaki-Kariwa, das damit erstmals seit der Katastrophe von Fukushima wieder in Betrieb genommen wird. Diese Entscheidung folgt auf eine Reihe von Bemühungen der japanischen Regierung, ihre Atomindustrie wiederzubeleben. Dennoch schwindet die Rolle der Atomkraft in Japan. Auch Mythen über die Sicherheit von Reaktoren und den Energiebedarf können an dieser Realität nichts ändern, schreibt Tadahiro Katsuta, Professor an der juristischen Fakultät der Meiji-Universität in Japan, im „Bulletin of the Atomic Scientists”. 

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