Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,
das neue Jahr hat mit einer großen Niederlage für das Völkerrecht begonnen: die US-Militärintervention gegen Venezuela und die Entführung von Nicolás Maduro und seiner Frau. Die deutsche IPPNW-Sektion verurteilte den Angriff in einer Pressemitteilung als "offenen Völkerrechtsbruch". Darin und in einem Brief an Bundesaußenminister Wadephul fordert sie eine klare Verurteilung durch die Bundesregierung, gerade auch vor dem Hintergrund der US-Drohungen gegen Kolumbien, Kuba, Grönland und weitere Länder. Auch die internationale IPPNW zeigt sich tief besorgt: "Die Intervention der USA in Venezuela läutet eine gefährliche neue Ära globaler Unsicherheit und Instabilität ein."
Der Venezuela-Coup hat die US-Administration offenbar ermutigt, noch aggressiver die Kontrolle über Grönland zu fordern. Währenddessen scheint ein US-Angriff auf den Iran vorerst abgewendet. Im Iran sollen die angedrohten Exekutionen erst einmal ausgesetzt werden. Die IPPNW hat anlässlich der Massenproteste im Iran gestern eine gemeinsame Erklärung mit Netzwerk Friedenskooperative, DFG-VK und Ohne Rüstung Leben versendet, in der wir die exzessive Gewalt der iranischen Regierung gegen die Protestierenden verurteilen. Eine IPPNW-Pressemitteilung folgte heute.
Diesen dramatischen politischen Entwicklungen müssen wir 2026 ohne Ulrich Gottstein, IPPNW-Mitgründer, langjähriges Vorstandsmitglied und später Ehrenvorstandsmitglied der IPPNW, entgegentreten. Der vielfach ausgezeichnete Internist, Chefarzt und Universitätsprofessor verstarb am 30. Dezember 2026 im Alter von 99 Jahren. „Er war für uns immer ein Vorbild in dem, wie Humanität, medizinische Ethik und medizinisches Wissen zusammengebracht werden können", erklären die IPPNW-Vorsitzenden Angelika Claußen und Lars Pohlmeier. Die IPPNW wird in seinem Sinne weiterarbeiten.
Eine informative Lektüre wünscht
Marek Voigt
Jin, Jiyan, Azadi (Symbolbild) - Foto: Pirehelokan / CC BY-SA 4.0
Die IPPNW solidarisiert sich mit den Menschen im Iran, die unter Lebensgefahr für Demokratie und Menschenrechte demonstrieren. Die Friedensorganisation fordert ein Ende der Gewalt gegen die Protestierenden und die Freilassung aller politischen Gefangenen. Die Bundesregierung müsse die Abschiebung iranischer Staatsangehöriger sofort stoppen und sich gegenüber den USA gegen eine militärische Intervention einsetzen. Die internationale Gemeinschaft solle alle ihr zur Verfügung stehenden gewaltfreien Mittel nutzen, um die Protestierenden zu schützen und der Gewalt im Iran ein Ende zu setzen.
Die IPPNW verurteilt die US-Militärintervention gegen Venezuela und die Entführung von Nicolás Maduro und seiner Frau. Dies ist ein klarer Verstoß gegen internationales Recht und das Gewaltverbot der UN-Charta. Die Vorwürfe von Wahlfälschung und die Zweifel an der Legitimität von Maduros Präsidentschaft rechtfertigen keinesfalls den offenen Völkerrechtsbruch der US-Administration. Die IPPNW fordert die Bundesregierung und die EU auf, diesen Verstoß unmissverständlich zu kritisieren und auf eine politische, friedliche Lösung hinzuwirken.
Der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen (AVV) ist am 22. Januar 2021 in Kraft getreten. Nach 5 Jahren gibt es knapp 100 Vertragsstaaten. Am 22. Januar 2026 feiern wir deutschlandweit mit vielen Aktionen das Bestehen des Atomwaffenverbotsvertrages.
In Berlin, Hamburg, Aachen und weiteren Orten sind Veranstaltungen mit IPPNW-Beteiligung geplant.
Schon mehr als 1.000 Menschen aus dem Gesundheitswesen unterstützen unseren Aufruf für ein ziviles Gesundheitswesen. Werben Sie gerne in Ihrem Bekanntenkreis für weitere Unterschriften. Veranstaltungen im Rahmen der Kampagne gibt es u.a. am 28. Januar in Kiel mit Dr. med. Mathias Holz, Leitender Oberarzt Abt. Unfallchirurgie, Orthopädie und plastische Chirurgie am UKSH Campus Kiel und Ute Rippel-Lau, Fachärztin für Allgemeinmedizin, IPPNW, und am 1. Februar in Essen mit Dr. Angelika Claußen, Co-Vorsitzende der IPPNW.
Bundesregierung und EU müssen in der Ukrainepolitik endlich einen Strategiewechsel vollziehen. Ihre politischen Anstrengungen sollten sich auf eine diplomatische Lösung konzentrieren, um das Leid, die Verletzungen und Zerstörungen auf allen Seiten zu beenden und die Gefahren von Atomkrieg und Klimakatastrophe zu reduzieren. Ein Gastbeitrag von Dr. Angelika Claußen und Dr. Lars Pohlmeier, IPPNW.
Die Festlegung der NATO, künftig fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes fürs Militär auszugeben, ist willkürlich und unverantwortlich. Für Deutschland würde sie (auf Grundlage des derzeitigen Haushalts) bedeuten, dass künftig die Hälfte aller Bundesmittel ins Militär fließen müssten. Jedes Jahr! Über 10.000 Unterstützer*innen kritisieren diese enorme Aufrüstung der Bundeswehr und sagen: „Nicht mit mir!”. Der Abrüstungsappell „Immer mehr Milliarden fürs Militär? Nicht mit mir!“ hat nach seinem Start am 2. Oktober bereits zu Weihnachten mehr als 10.000 Unterstützer*innen erreicht. Initiiert wurde der Appell von DFG-VK, IPPNW, Netzwerk Friedenskooperative, Ohne Rüstung Leben und pax christi.
Die Tagung "15 Jahre Fukushima – 40 Jahre Tschernobyl. Atomgefahren und Gesundheitsrisiken: damals – heute – morgen" widmet sich den bis heute anhaltenden, teils verheerenden Folgen der beiden größten Atomunfälle der Geschichte. Sie wirft einen kritischen Blick auf Gegenwarts- und Zukunftsthemen der Atomenergie. Mit Stimmen und Eindrücken aus den von den Reaktorkatastrophen betroffenen Regionen sowie internationalen Expert*innen und Engagierten. Die Tagung findet am 7. März im Bürgerzentrum Stuttgart statt.
Die IPPNW trauert um Gründungs- und Ehrenvorstandsmitglied der deutschen IPPNW-Sektion Prof. Dr. Ulrich Gottstein, der am 30. Dezember 2025 im Alter von 99 Jahren verstorben ist. Der Mitbegründer der bundesdeutschen Sektion der IPPNW (1982) war eine der führenden Persönlichkeiten der Friedensorganisation. Er hatte zahllose leitende Positionen innerhalb und außerhalb der IPPNW inne. Mit der Paracelsus-Medaille (2011) hat er zudem höchste Ehrungen der deutschen Ärzt*innenschaft erhalten und war Träger des Bundesverdienstkreuzes (1992).
Pressemitteilung der IPPNW
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