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IPPNW NEWSLETTER

IPPNW-Newsletter vom 20.12.2013

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

die große Koalition steht. Unsere ärztliche Friedensorganisation hätte sich von einer großen parlamentarischen Mehrheit eine Energiepolitik gewünscht, die die  Zukunft der Menschheit und des Planeten im Blick hat. Eine Außenpolitik, die sich auf Diplomatie und zivile Konfliktbearbeitung stützt. Eine Migrationspolitik, die weltweit die Menschenrechte im Blick hat und nicht die Flüchtlinge aus unserem Blickfeld heraushalten will. Stattdessen wurde bei den Koalitionsverhandlungen sehr kurzfristig und kleinräumig gedacht. Umso wichtiger bleibt die außerparlamentarische Korrektur durch engagierte Bürger und Bürgerinnen und die Arbeit unserer IPPNW für eine friedliche, atomtechnologiefreie und menschenwürdige Welt. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2014.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Rosen und Angelika Wilmen

IPPNW-Benefizkonzert zugunsten der Lampedusa-Flüchtlinge

Lampedusa-Flüchtlinge vom Oranienplatz

Der IPPNW-Arzt Peter Hauber hielt Sprechstunden für die Lampedusa-Flüchtlinge vom Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg ab. Beeindruckt von den Schicksalen der Flüchtlinge organisierte er am 10. Dezember 2013 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ein Benefizkonzert. International bekannte Solisten, zahlreiche Berliner Philharmoniker, Mitglieder verschiedener Berliner Orchester sowie Tango- und Jazzgruppen musizierten für die Lampedusa-Flüchtlinge. Die Einnahmen betrugen 8.600 Euro, die "Asyl in der Kirche" und der "Malteser Migrantenmedizin" für ihre Arbeit mit den Flüchtlingen zugutekommen. Die „Lampedusa-Flüchtlinge“ vom Oranienplatz sind zumeist Kriegsflüchtlinge aus Libyen. Weil sie Schwarzafrikaner waren, wurden sie im Bürgerkrieg 2011 gezwungen, Libyen zu verlassen und verloren ihre gesamte Existenz. Mehr

Nukleare Hungersnot: Zwei Milliarden Menschen sind gefährdet

IPPNW-Studie "Nuclear Famine: Two billion people at risk"

Ein "begrenzter" atomarer Schlagabtausch hätte eine globale Hungersnot zur Folge, die das Leben von zwei Milliarden Menschen gefährden würde. Zu diesem Ergebnis kommt die am 10. Dezember 2013 in Boston veröffentlichte Aktualisierung der IPPNW-Studie "Nukleare Hungersnot". Die Studie, die beispielhaft von einem Szenario von je 50 eingesetzten Atomwaffen der Stärke der Hiroshima-Atombombe zwischen Indien und Pakistan ausgeht, ist eine ernüchternde Analyse der humanitären, ökonomischen und ökologischen Kosten eines regionalen Atomkrieges. mehr

Einigung mit Iran: Eine historische Zäsur

Negev-Atomforschungszentrum, Foto: Vierkant, Wikimedia

Eine Konfliktlösung soll eine „Win-Win-Situation“ schaffen. Mit der neuen „Iran+P5+1-Vereinbarung“ ist das gelungen: Alle Beteiligten und Betroffenen haben einen Gewinn erzielt. Das gilt sogar für Israel, obwohl Premier Benjamin Netanjahu etwas anderes sagt. Denn diese Vereinbarung erlaubt es dem Iran, weiter Uran anzureichern. Das ist für das Selbstbewusstsein des Landes sehr wichtig. Darüber hinaus werden die Sanktionen gelockert und gleichzeitig beide Wege zur Atombombe – über Uran oder Plutonium – effektiv versperrt, zumindest für die kommenden sechs Monate. Vertrauen ist gut, aber tägliche Kontrolle ist besser und die wurde auch vereinbart. Damit haben die USA zudem ihr Versprechen gegenüber Israel einlösen können, nicht zuzulassen, dass der Iran Atomwaffen baut.

Friedensflagge für den Römer

Eine IPPNW-Delegation überreichte dem Frankfurter Oberbürgermeister am 10.12.2013 eine Friedensflagge für den Römer, Foto: Stefanie Kösling, Stadt Frankfurt

Seit 1984 gehört die Stadt Frankfurt am Main dem Verband „Bürgermeister für den Frieden“ (Mayors for Peace) an, der 1982 von den Oberbürgermeistern der japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki gegründet wurde. Nie wieder sollten Städte Ziele von Atomwaffen werden. Die humanitären Akut - und Langzeitfolgen auch nur eines einzigen Atombombenabwurfs sind so furchtbar, dass diese Waffen zu Recht als die zerstörerischsten und unmenschlichsten Massenvernichtungswaffen bezeichnet werden. Deswegen warben die beiden japanischen Stadtoberhäupter bei ihren Kollegen für ein gemeinsames Engagement zu einem weltweiten Verbot von Atomwaffen durch die Vereinten Nationen. Mittlerweile gibt es rund 5.800 Mitgliedsstädte in 158 Ländern und über 400 in Deutschland. Mehr lesen

IPPNW warnt vor Gesundheitsschäden im atomaren Katastrophenfall

Zu evakuierendes Gebiet bei atomarer Katastrophe am Beispiel des AKWs Philippsburg 1 bei neutraler bis leicht stabiler Luftturbulenz und Wind aus Südwest auf Grundlage Ökoinstitut Darmstadt

Anlässlich der Innenministerkonferenz am 6. Dezember 2013 hat die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW erneut vor den verharmlosenden Einschätzungen der Strahlenschutzkommission (SSK) gewarnt. Die von der SSK vorgeschlagenen Erweiterungen der Evakuierungszonen sind zu kleinräumig. Die radioaktive Belastung wird nicht bei 10 oder 20 Kilometern haltmachen. Laut einer Studie des Ökoinstituts Darmstadt wäre im Maximalfall eine Evakuierung in Gebieten bis in eine Entfernung von etwa 600 Kilometern und einer Breite von bis zu 50 Kilometern erforderlich. mehr

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