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IPPNW NEWSLETTER

IPPNW-Newsletter vom 30.04.2014

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

nicht erst der Einsatz von Atomwaffen ist eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt, sondern die gesamte „nukleare Kette“: Der Uranbergbau verstrahlt Landschaften, die zivile Nutzung der Atomenergie hat uns unzählige Atomkatastrophen beschert, von denen Tschernobyl und Fukushima nur die bekanntesten sind. Aufbereitungsanlagen verseuchen Luft und Meer mit radioaktiven Spaltprodukten, über 2000 Atomwaffentests haben die Erde mit radioaktivem Niederschlag überzogen und was mit dem Atommüll noch auf uns zukommt, stimmt nicht optimistisch. Auf dem IPPNW-Jahrestreffen in Dresden Mitte April wurde daher beschlossen, das Thema „Nukleare Kette“ zukünftig zu einem Schwerpunkt der IPPNW zu machen und die komplexen Zusammenhänge einem breiten Publikum zu vermitteln. Ein Anfang ist schon gemacht: Die Ausstellung „Hibakusha Weltweit“ zeigt Orte rund um den Globus, an denen Umwelt und Mensch unter den Folgen der Atomwirtschaft leiden müssen. Helfen Sie mit und zeigen Sie die Ausstellung bei sich vor Ort:
www.ippnw.de/hibakusha-weltweit

Mit freundlichen Grüßen
Angelika Wilmen

Deutsche Strahlenschutzkommission ignoriert Folgen von Tschernobyl für den Katastrophenschutz

AKW Grohnde. Foto: Michael Gäbler/creativecommons.org/licenses/by/3.0

Auch 28 Jahre nach der Tschernobylkatastrophe ignoriert die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) die gesundheitlichen Folgen des Super-GAUs. Infolge dieser kurzsichtigen Logik empfiehlt sie in ihrer Publikation „Planungsgebiete für den Notfallschutz in der Umgebung von Kernkraftwerken“ viel zu hohe Eingreifrichtwerte für Evakuierungen und „nimmt damit – konservativ geschätzt – billigend Zehntausende Opfer nach einem Super-GAU in Kauf“, so IPPNW-Ärztin Dr. Angelika Claußen. Lesen Sie mehr

Ostermärsche: Eine friedliche Welt ist möglich

Ostermarsch in Gronau. Foto: aaa-West/PubliXviewinG

Auch dieses Jahr haben wieder Tausende Menschen an den traditionellen Ostermärschen der Friedensbewegung teilgenommen. In Gronau, an der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage, mahnte IPPNW-Ärztin Dr. Angelika Claußen, dass zivile und militärische Nutzung der Atomtechnologie nur zwei Seiten der selben Medaille seien und forderte einen vollständigen Ausstieg aus der Atomtechnologie. In Berlin erinnerte der stellvertretende Vorsitzende der IPPNW, Dr. Alex Rosen daran, dass in Deutschland noch immer US-Atomwaffen stationiert seien und dass weltweit noch ca. 17.000 existierten. Er machte aber auch Mut: Die Konferenzen zu den humanitären Folgen von Atomwaffen in Oslo und Mexiko hätten einen neuen Prozess angestoßen, der Druck auf die Atomwaffenstaaten wüchse. Das Ziel einer Welt ohne Atomwaffen sei wieder in greifbare Nähe gerückt.

Kooperation statt Konfrontation von EU und Russland

Roman Dolgov. Mitglied der russischen IPPNW-Sektion

Die deutsche Sektion der IPPNW forderte auf ihrem Jahrestreffen vom 11.-13. April 2014 in Dresden angesichts des bedrohlichen Machtkampfs um die politische, ökonomische und militärische Vorherrschaft in Osteuropa alle militärischen Drohgebärden zu beenden. Stattdessen müsse die Suche nach einem politischen Ausgleich vorangetrieben werden. Dabei sollten die sozialen und kulturellen Ansprüche der betroffenen Bevölkerung sowie deren berechtigte Sicherheitsbedürfnisse berücksichtigt werden. Gast des IPPNW-Jahrestreffens war Roman Dolgov von der russischen Sektion der IPPNW und Arctic Sunrise-Aktivist, der letztes Jahr nach einer Protestaktion von Greenpeace in Russland inhaftiert war. Dolgov warb eindringlich für einen Dialog mit russischen Entscheidungsträgern. Lesen Sie mehr

UNSCEAR-Bericht zu Fukushima: Vertuschung von gesundheitlichen Folgen

Zwei kleine Mädchen unter einem Schild, das die radioaktiven Werte nach der Dekontamination eines Spielplatzes in Fukushima-City anzeigt, Foto: Ian Thomas Ash

Der Anfang April vorgelegte Bericht des Komitees der Vereinten Nationen für die Folgen von Strahlung (UNSCEAR) spielt das wahre Ausmaß der gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima systematisch herunter. UNSCEAR behauptet in seinem 300-seitigen Abschlussbericht, dass „keine signifikanten Veränderungen künftiger Krebsraten zu erwarten sind, die mit der Strahlenexposition durch den Unfall in Verbindung gebracht werden können“. Ärzte und Ärztinnen der IPPNW dagegen gehen in ihren Berechnungen von mehreren Zehntausend zusätzlichen Krebserkrankungen aus.

Keine Instrumentalisierung für die Kriegsführung der Bundeswehr

2013 wurden in den Krankenhäusern der deutschen Streitkräfte 1.423 Soldaten wegen einer "Posttraumatischen Belastungsstörung" (PTBS) behandelt - 2004 waren es lediglich 100, Foto: Shutterstock

Mitglieder der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW haben sich in einem Offenen Brief an die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) gewandt. Die  PsychotherapeutInnen kritisieren die Zusammenarbeit von BPtK und Bundeswehr. Laut einer Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium der Verteidigung und der BPtK können sich SoldatInnen zukünftig auch von PsychotherapeutInnen in der Privatpraxis behandeln lassen, um Wartezeiten zu umgehen. Bundeswehr und BPtK sollen regelmäßig gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen durchführen, „in denen Psychotherapeuten Bundeswehrspezifika und das Verfahren der Behandlung und Abrechnung vorgestellt werden“. In dem Brief der PsychotherapeutInnen heißt es: "Durch diese Kooperation wird der Eindruck erweckt, als seien die psychischen Störungen der SoldatInnen eine akzeptable Folge eines akzeptablen Einsatzes von vor allem jungen Menschen". Lesen Sie mehr

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