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Newsletter der IPPNW | Fukushima-Newsletter vom 11.10.2015

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Fukushima-Newsletter vom 11.10.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

mehr als vier Jahre nach Beginn der Atomkatastrophe in Japan wird die Betreiberfirma Tepco mittlerweile von einer Klagewelle überrollt. Neben Staatsanwälten, die das Verhalten des Unternehmens in Bezug auf die Freisetzung von radioaktivem Kühlwasser unter die Lupe nehmen, klagen auch ehemalige Anwohner evakuierter Städte und ehemalige Arbeiter des Kraftwerks auf Schadensersatz in Millionenhöhe. Zudem kommt es durch schwere Regenfälle und Überschwemmungen immer wieder zur Freisetzung neuer Radioaktivität und zur Rekontamination bereits gereinigter Flächen.

Währenddessen laufen weiterhin Untersuchungen im Atomkraftwerk Fukushima selbst, um den Verbleib des Kernbrennstoffs in den havarierten Atommeilern aufzuklären. In den Blöcken 1 und 2 scheint die Kernschmelze fast vollständig aus den Reaktoren freigesetzt worden zu sein. Die Folgen, die dies für Aufräumarbeiten und Rückbau der havarierten Reaktoren haben wird, sind noch nicht absehbar. Zudem ist zu befürchten, dass geschmolzene Brennstäbe auch das Grundwasser erreichen werden oder bereits erreicht haben. Auch hier sind die Auswirkungen noch nicht kalkulierbar. Wir hoffen, dass diese Informationen dazu beitragen, dass Sie, werte Leserinnen und Leser, ein umfassenderes Bild aus der Katastrophenregion bekommen. Wie immer würden wir uns sehr über Rückmeldungen von Ihnen freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Henrik Paulitz und Dr. Alex Rosen

 

 

Früherer Tepco-Arbeiter verklagt Atomkonzern wegen Krebserkrankungen

Tepco-Arbeiter in Unit 2 des Fukushima Dai-ichi-Atomkraftwerks am 1. April 2011, Foto: Tepco

Am schwersten betroffen durch die Atomkatastrophe von Fukushima sind zweifelsohne die Arbeiter, die auf dem Gelände des havarierten Kraftwerks hohen Strahlenmengen ausgesetzt sind. Ein früherer Arbeiter der Betreiberfirma Tepco verklagt nun den Atomkonzern und ein Subunternehmen, nachdem bei ihm mehrere Krebserkrankungen diagnostiziert wurden. Der 57-jährige Mann hatte rund um die havarierten Atomreaktoren Aufräumarbeiten durchgeführt. Bei dem Schadenersatzprozess vor dem Bezirksgericht in Sapporo geht es um 65 Millionen Yen (ca. 480.000 Euro). Mehr

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Strahlenmüll von Überflutungen mitgerissen

Spielende japanische Kinder neben radioaktiven Müllsäcken. Foto: Evacuate Fukushima

Im Mai 2015 berichteten wir in diesem Newsletter über die Gefahr der Verbreitung von Radioaktivität und Rekontamination bereits gereinigter Flächen durch Waldbrände in den verstrahlten Gebieten von Fukushima und Tschernobyl. Neben Waldbränden können jedoch auch starke Regenfälle und Überflutungen bewirken, dass Dekontaminationsbemühungen zunichte gemacht werden und große Mengen an Radioaktivität wieder in die Umwelt gelangen können.

Heftige Regenfälle und Überflutungen bedrohten im September den oberirdisch lagernden radioaktiven Dekontaminationsmüll in der Region um Fukushima. Die Überflutungen waren die Folge des Taifuns Etau, der über den Nordosten Japans hinweggezogen war. Mehr als 700 große Säcke,gefüllt mit kontaminierter Erde und Gras, wurden offiziellen Angaben zufolge von den Fluten mitgerissen. Zum Teil soll sich der radioaktiv verseuchte Inhalt der jeweils 1 m3 fassenden Säcke in Flüssen, Seen und dem Grundwasser verbreitet haben. Gleich zu Beginn des Tropensturms waren in der Nähe des Dorfes Iitate in der Präfektur Fukushima mindestens 82 Säcke mit radioaktivem Abfall von den Fluten des Flusses Niida mitgerissen worden. Die Bergung der intakt gebliebenen Säcke gestaltete sich wegen der Überschwemmungen teilweise schwierig. 

Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wurden die Entwässerungspumpen zeitweise überschwemmt. Nach Angaben des Betreibers Tepco gelangte dadurch erneut radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Während das in den Pazifik abgegebene Drainagewasser in der Regel mit weniger als 100 Becquerel pro Liter kontaminiert sei, seien am 11. September 2015 rund 750 Bq/l gemessen worden.

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Untersuchungen der Kernschmelzen in Fukushima

Unit 2 des Atomkraftwerks Fukushima Dai-ichi nach dem Super-GAU, Foto: Tepco

Japanische Wissenschaftler von der Universität Nagoya gehen davon aus, dass es beim Super-GAU im März 2011 in Block 2 des Atomkraftwerks Fukushima zum vollständigen Schmelzen und zum Auslaufen des Kernbrennstoffs aus dem Behälter gekommen sein könnte. Durch Messungen von Elementarteilchen (Myonen) nach dem Durchdringen des Reaktors bekamen die Forscher ein Bild über die Dichte der „durchleuchteten“ Materie.

In Block 2 gab es nur wenige Anzeichen für dichten Brennstoff (Uran) im Reaktor. Dagegen sei der Brennstoff in Reaktor 5, der voll beladen ist, klar sichtbar. Daraus schließen die Forscher, dass 70 bis 100 Prozent des Brennstoffes geschmolzen sein müssen. Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, wohin die Kernschmelze geflossen ist. Auch in Reaktor 1 deuten die ermittelten Daten darauf hin, dass sich im Inneren kein Kernbrennstoff mehr befindet. In Block 1 sollen nun Roboter den unteren Teil des Sicherheitsbehälters untersuchen, um den geschmolzenen Kernbrennstoff zu finden.

Generell geht man bei derart massiven Kernschmelz-Szenarien davon aus, dass die aus dem Reaktordruckbehälter abgestürzte Kernschmelze vom Sicherheitsbehälter nicht zurückgehalten werden kann. Laut Gesellschaft für Anlagen‑ und Reaktorsicherheit (GRS) ist bei allen Kernschmelzen mit Versagen des Reaktordruckbehälters davon auszugehen, dass die Kernschmelze den Fundamentboden erodiert und in das Erdreich bzw. Grundwasser freigesetzt wird.
Vor diesem Hintergrund ist es verwunderlich, dass man in Japan die aus den Reaktoren ausgetretene Kernschmelze noch in den Reaktorgebäuden suchen möchte.   

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